Demenzfreundlicher Bestatter
Jeder Mensch trauert… auf seine Art!
Im Bewusstsein dessen, dass die Zahl der Demenzerkrankten in den kommenden Jahren zunehmen wird, stellen wir uns die Frage, wie wir als Bestatter und gleichsam als Trauerbegleiter diesen Veränderungen begegnen können. Anja Beutler hat eine Fortbildung zu diesem Thema gemacht und ist Demenzfreundliche Bestatterin, die erste in Schleswig-Holstein.
Was genau muss eine demenzfreundlicher Bestatter lernen bzw. können?
Hauptaugenmerk wie in jedem anderen Bereich der Begleitung von Trauernden ist, Familien und Angehörige hilfreich, kompetent und wertschätzend zur Seite zu stehen. Zudem geht es darum, spezifische Optionen anzubieten und mit dem engen Umfeld abzustimmen, wie Demenzerkrankte in ihrem ganz persönlich wahrgenommenen Trauerprozess integriert werden können und individuell Abschied nehmen können. Verschiedene Möglichkeiten und Praktiken werden in dem Lehrgang erlernt und erarbeitet. Basis bildet ein medizinischer Einblick in das Themenfeld Demenzerkrankungen.
Was sind die besonderen Herausforderungen in diesem Umfeld?
Man sollte den Angehörigen den Druck nehmen, nur in Richtig und Falsch zu denken. Erkrankte sollten nicht ausgegrenzt werden; sie haben gleichsam ein Recht auf Trauer und Abschied. Die Herausforderung besteht darin, dem Demenzerkrankten eine Atmosphäre zu bieten, die Raum lässt für seine Befindlichkeiten und Gefühle. Ruhe, Geduld, Zuwendung und Aufmerksamkeit sind wichtige Attribute. Wenn Erkrankte sich erinnern und der Moment des Abschieds in ihr Bewusstsein dringt, sollten ihre Gefühle bei aller Schwere mit einem angenehmen Kontext verknüpft sein.